Koreanisch

Koreanisch-Seoul Königsdenkmal

Die koreanische Sprache (Koreanisch) wird hauptsächlich in Korea (Nord- und Südkorea) von mehr als 78 Mio. Menschen gesprochen, von denen die meisten Koreaner sind.
Die lokalen Namen sind in Südkorea hangungmal oder hangugeo (Hangeul, Hanja), in Nordkorea hingegen chosonmal oder choson-o. Die unterschiedlichen Namen kommen von der in Nordkorea und Südkorea jeweils üblichen Bezeichnung für das Land.

Verbreitung

Die koreanische Sprache wird in den folgenden Ländern gesprochen:

Nordkorea, Südkorea, Volksrepublik China, USA, Japan und in den GUS Staaten.

Herkunft

Es wird angenommen, dass sich die Sprachen, aus denen sich das heutige Koreanisch entwickelte, zu Beginn unserer Zeitrechnung in die Gruppe der Buyeo-Sprachen (夫艅) im Norden und der Han-Sprachen () im Süden aufteilten.

Chinesische Quellen aus dem 3. Jahrhundert bestätigen diese Einteilung.

Urformen: Sprachen der Buyeo-Stämme

Aus der Buyeo-Gruppe entwickelte sich die Sprache des Reiches Goguryeo (als Staat ab dem 3. Jahrhundert belegt, bis 668). Einzig aus der Goguryeo-Sprache sind schriftliche Zeugnisse aus der Buyeo-Gruppe erhalten geblieben. Aus der Analyse des vorhandenen Wortschatzes lässt sich schließen, dass es sich bei der Goguryeo-Sprache um eine den tungusischen Sprachen nahestehende Sprache mit deutlich altaischem Charakter handelt. Die Goguryeo-Sprache weist erstaunliche Parallelen zum Mittelkoreanischen einerseits und zum Altjapanischen andererseits auf. So entspricht Goguryeo *tan, *tuan dem altjapanischen tani(„Tal“), und Goguryeo *usaxam entspricht auf Altjapanisch usagi („Hase“). Aufgrund dieser und anderer Übereinstimmungen (etwa in den Zählwörtern) wird teilweise von der Hypothese einer Verwandtschaft des Koreanischen mit dem Japanischen über das Bindeglied der Goguryeo-Sprache ausgegangen. Gleichzeitig kann die Goguryeo-Sprache als Beleg für die Einordnung des Koreanischen in die altaische Sprachfamilie gesehen werden.

Urformen: Sprachen der Han-Stämme

Aus den Sprachen der Han-Gruppe entwickelte sich die Sprache des Baekje-Reiches (frühes 1. Jahrtausend n. Chr. bis 660). Die heute erhaltenen Fragmente der Baekje-Sprache zeigen, dass diese Sprache dem Mittelkoreanischen beziehungsweise der Sprache des folgenden Silla-Reiches sowohl im Wortschatz als auch in der Morphologie sehr nahestand.

Vereinheitlichung durch Silla

Als das Königreich Silla (sowohl Baekje als auch Silla waren wohl jünger als Goguryeo) im 7. Jahrhundert die anderen Staaten der Koreanischen Halbinsel unterwarf und zur absoluten kulturellen Hegemonialmacht wurde, löschte es nicht nur die sonstigen Vorgängersprachen des Koreanischen aus, sondern einte auch erstmals die Stämme der Koreanischen Halbinsel politisch.

Dieser für die Entwicklung der koreanischen Sprache sehr wichtige Vorgang kann geschichtlich mit der Übernahme des Lateinischen, einer ursprünglich von Hirten aus der Umgebung der späteren Stadt Rom gesprochenen Sprache, auf dem gesamten Gebiet Italiens verglichen werden, nachdem Rom diese Gebiete eroberte. Im Grunde kann erst seit der Periode des vereinigten Silla-Reiches von einer gemeinsamen koreanischen Sprache gesprochen werden. Aus der Sprache des Silla-Reiches entwickelte sich das Mittelkoreanische.

Heutiges Koreanisch

In der neuesten Geschichte gab es – bedingt durch die Teilung der Koreanischen Halbinsel – sprachpolitisch getrennte Entwicklungen in beiden Teilen. In Südkorea orientiert sich die Standardsprache in Aussprache und Rechtschreibung eher am Dialekt der Hauptstadt Seoul, in Nordkorea wurde sie dem um Pjöngjang gesprochenen Dialekt angepasst. Die Unterschiede zwischen den koreanischen Dialekten sind vergleichsweise gering, so dass Koreanisch (mit Ausnahme des auf der Insel Jeju-do gesprochenen Dialekts) auf der ganzen Halbinsel gleich gut verstanden wird. Das Fortbestehen der staatlichen Teilung hat aber zu verschiedenen Entwicklungen in Nord- und Südkorea geführt. In Südkorea sind viele Begriffe als Lehnwörter wie njusɯ 뉴스 „News“ aus der englischen (amerikanischen) Sprache übernommen oder aus englischen Wörtern neugebildet worden (Konglish). In Nordkorea hingegen wird bei Wortneubildungen oft auf den koreanischen Kernwortschatz zurückgegriffen. Flüchtlinge aus Nordkorea bekunden anfänglich oft Mühe mit den vielen ihnen fremden englischen Lehnwörtern.

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