Georgisch

Georgisch-Interna Übersetzungsbüro Berlin

Georgisch ist eine kaukasische Sprachen, eine unter geographischen Gesichtspunkten zusammengefasste Gruppe von ungefähr 40 Sprachen, die im Kaukasus gesprochen werden und die nicht zur indogermanischen und nicht zur semitischen Sprachfamilie zählen. Dieses Gebiet weist weltweit eine der höchsten Konzentrationen an verschiedenen Sprachen auf.

Sprachgruppe

Die kaukasischen Sprachen werden von etwa sechs Millionen Menschen gesprochen. Man teilt sie im Allgemeinen in drei Gruppen ein: nordwestkaukasische oder abchasoadygeische Sprachen, ostkaukasische oder nachisch-dagestanische Sprachen und südkaukasische oder Kartwelsprachen. Zu den den nordwestkaukasischen Sprachen zählen Abchasisch, Abasinisch, Ubychisch und Tscherkessisch, zur ostkaukasischen Gruppe gehören die nachischen, dagestanischen, didoischen und lesgischen Sprachen. Südkaukasische Sprachen sind u. a. Georgisch, Sanisch und Swanisch.

Grammatik

Für die georgische Sprache ist sowohl die Agglutination als auch die Wurzelflexion kennzeichnend. Eine Besonderheit ist das Fehlen des grammatischen Geschlechts (Genus) und das Substantiv kennt weder einen bestimmten noch einen unbestimmten Artikel.

Statt der zum Beispiel im Deutschen üblichen Präpositionen verwendet das Georgische Postpositionen, die entweder allein stehen oder an das Nomen angefügt werden können. Ein deutsches Beispiel für eine Postposition ist „den Fluss entlang“. Georgisch hat 7 Fälle (Nominativ, Dativ, Genitiv, Instrumental, Adverbial (Essiv und Translativ), Vokativ und Ergativ). Der Ergativ tritt als Subjektkasus mit bestimmten Verbformen auf, nämlich beim Aorist und Optativ transitiver Verben. Georgisch ist also eine Split-Ergativsprache. Wie in den meisten flektierenden Sprachen ist die Wortstellung relativ frei. Die konjugierten Formen des Verbsmarkieren einen Bezug sowohl zum Subjekt als auch zum direkten oder indirekten Objekt des Satzes. Es gibt also nicht nur eigene Formen für „ich sehe“ (vxedav), „du siehst“ (xedav) usw., sondern auch für „ich sehe dich“ (gxedav), „ich sehe euch“ (gxedavt), „du siehst mich“ (mxedav), „du siehst uns“ (gvxedav), „du siehst ihn“ ((h)xedav) usw.

Während sich die indogermanischen Sprachen verschiedener Zeiten bedienen, um Gegenwärtiges, Vergangenes, Zukünftiges und Mögliches darzustellen, kommen im Georgischen elf sogenannte mtskrivi (Reihe) zum Einsatz. Auch sie ordnen der Zeit des Geschehens eine bestimmte Verbform zu, jedoch tritt durch Agglutination nicht nur eine Änderung des Verbes auf, sondern auch Subjekt und Objekt des Satzes ändern den Fall, in dem sie stehen. Beispielsweise steht bei den Formen der Präsens- und Futurgruppe das Subjekt meist im Nominativ, bei den Formen der Aoristgruppe teils im Nominativ, teils im Ergativ (abhängig von der Transitivität des Verbs) und bei den Formen der Perfektgruppe im Dativ; ähnlich ändert sich der Kasus des Objekts. Auch die hohe Anzahl unregelmäßig flektierter (insbesondere suppletiver) Verben ist auffällig. Zum Beispiel das Verb für „sagen“, das mehrere Stämme hat: eubneba (Präsens) „er sagt es ihm“, et’q’vis (Futur) „er wird es ihm sagen“, utxra (Aorist) „er sagte es ihm/hat es ihm gesagt“, utkvams (Perfekt) „er hat es ihm (offensichtlich) gesagt“.

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